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Mit großem Kaliber gegen den Golf ! Der neue
Dodge Caliber zielt auf die Kompaktklasse. AUTO BILD-Redakteur Jörg
Maltzan hatte den ersten Schuß. Trifft der Ami ins Schwarze?
Von Jörg Maltzan Peng! Dieser
Name trifft ins Schwarze. Caliber nennt Dodge seine Neuentwicklung,
die im Spätsommer in Deutschland eingeführt wird und den
Bekanntheitsgrad der US-Marke steigern soll. "Der liegt bei nur zwei
Prozent", gibt Marketingdirektor Thomas Hausch zu. Ins Visier nimmt
er die Golf-Klasse, bedient typische US-Klischees und wirkt stimmig.
Er ist ein buchstäblich grobes Kaliber. Keine feingliedrige Beretta-
oder Walther-Pistole, nein, der Caliber ist wie eine Magnum von
Smith and Wesson: einfache Technik mit rustikaler Optik und
durchschlagender Wirkung. Optisch hinterläßt der Caliber einen
Volltreffer im Gehirn. Der Caliber ist ein Meister der Symbolik. Leider bleibt dabei die Funktionalität hier und da auf der Strecke. Die Türablagen sind zu klein, das Lenkrad ist nur in der Höhe verstellbar und die Sitzlehnenjustierung schlecht zu erreichen. Dafür gibt es jede Menge Becherhalter (vorn sind sie nachts beleuchtet), eine pfiffige Armlehne mit Klapphalter für Handy oder MP3-Spieler sowie ein riesiges Handschuhfach mit Kühlfunktion.
Das Motorenprogramm umfaßt drei zusammen mit
Hyundai und Mitsubishi entwickelte Vierzylinder (150, 159 und 174
PS) sowie einen von Volkswagen zugekauften Zweiliter-TDI mit 140 PS.
Das 1,8-Liter-Einstiegsaggregat wird zwar erst bei höheren
Drehzahlen munter, hängt dann aber gut am Gas und bietet
ausreichende Fahrleistungen. Bei schnellen Gangwechseln wirkt die
Schaltung manchmal etwas knochig. Das Fahrwerk ist für einen
Amerikaner überraschend straff. Zackige Lenkmanöver lassen den 1,53
Meter hohen Aufbau zwar spürbar wanken, insgesamt aber sind
Geradeauslauf und Spurhaltung gut. Quelle: Autobild.de |
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Im Kompaktwagen-Segment wird jetzt scharf geschossen. Im Juni fährt die Chrysler Group in der Golf-Klasse ein neues Kaliber auf: den Dodge Caliber. Mit verwegenem Design, schlauen Details und aggressivem Preis soll er der Marke den Weg nach Europa ebnen.
Thomas Hausch hat ein Problem: Wie soll man
einem Markt eine Marke erklären, die kaum jemand kennt? Da kann der
Exportchef der Chrysler Group noch so lange darauf verweisen, dass
Dodge in den USA die mit Abstand größte Sparte im Portfolio des
Konzerns ist und dass der Widderkopf am Kühlergrill bei den Fans
einen ähnlich hohen Stellenwert hat wie der Apfel von Apple oder das
Wappen von Harley Davidson. Und auch mit dem Dreigestirn vom
Designerdress bei Chrysler, den Khaki-Hosen bei Jeep und den
Bluejeans bei Dodge kann Otto Normalfahrer wahrscheinlich wenig
anfangen.
Doch der ist den Amerikanern ebenso egal wie Manfred Mustermann. Ihre Zielgruppe sind leicht großspurige, expressive und vornehmlich männliche Kunden mittleren Alters, denen die Autos in den oberen Rängen der Zulassungsstatistik viel zu brav und zu gewöhnlich sind. Für genau diese Menschen hat Dodge den Caliber entworfen, der jetzt als erstes von vorerst vier neuen Modellen der rustikalen Chrysler-Schwester in Europa auf den Markt kommt. Gestützt von einer kleinen, aber dafür ungewöhnlichen und frechen Werbekampagne, soll er als vorlaute Alternative in der Golf-Klasse positioniert werden. Rein optisch wird ihm das mühelos gelingen: Schließlich wirkt das Auto mit seinem hohen, vom typischen Fadenkreuz durchzogenen Kühlergrill, der wuchtigen Motorhaube und den weit ausgestellten Kotflügeln wie ein Bodybuilder in der Yoga-Gruppe. Und auch die Rückansicht birgt mit der sanft abfallenden Scheibe und der senkrecht stehenden Schürze keine Verwechslungsgefahr. Innen dagegen ist der Caliber von überraschend konventioneller Machart - zumindest ohne die optional angebotenen Blenden und Konsolen und zusätzlichen Stoffbahnen in den Sitzen, die etwas Farbe einbringen. Obwohl die Amerikaner den Caliber als "Crossover" im C-Segment bezeichnen und einige Vorzüge verschiedener Gattungen vereint haben wollen, kann auch die Sitzanlage nicht viel mehr als bei VW Golf oder Opel Astra. Die asymmetrisch geteilte Rückbank kann man in der Neigung verstellen und umlegen, und wer Langes laden möchte, kann auch die Lehne des Beifahrersitzes flach falten. Dann ist aber Schluss, und mit einem überdurchschnittlichem Platzangebot kann der Caliber auch nicht glänzen. Beleuchtete Becherhalter, Minibar und Taschenlampe Dafür allerdings lockt er mit Extras, die arrivierte Golf-Kunden zwar noch nie vermisst haben dürften, die aber durchaus kaufentscheidend sein könnten. Wo sonst schließlich gibt es eisblau beleuchtete Becherhalter, eine zur "Chill-Zone" erklärte Minibar im Handschuhfach, eine im Dachhimmel integrierte Taschenlampe und eine eingebaute Musikanlage für die spontane Party in der Innenstadt? Wer dort mit dem Caliber zum Benzingespräch auffährt, lässt lässig zwei große Lautsprecher aus der geöffneten Heckklappe gleiten und wird so zum DJ an der Dönerbude. Entweder wartet man deshalb besser bis zum Jahresende auf den 2,4-Liter-Benziner, den es später sogar als Turbo gibt. Oder man nimmt gleich den bei VW eingekauften Diesel. Zwar klingt der Motor etwas rau, ist dafür aber ein ausgesprochen munterer Geselle, der mit 140 PS und maximal 310 Nm die beiden Benziner locker in die Schranken weist. Nicht umsonst ist er im Sprint und auf der Autobahn der schnellste. Zudem widerlegt er mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,1 Litern endgültig das Vorurteil vom durstigen Ami. Das beste Argument für das Auto ist der Preis Selbst ohne diesen Bonus bleibt der Caliber günstiger als der Wolfsburger Klassenprimus, den Jelinek ohnehin nicht als Konkurrenten sieht. "Einen echten Wettbewerber für den Caliber gibt es nicht: Der VW Golf ist zu nett, der Fiat Stilo zu brav, der Audi A3 zu teuer, der Ford Focus zu artig, der Toyota Corolla zu niedlich und der Nissan Almera zu zahm", watscht er die Konkurrenz ab, bevor er einmal mehr an den Kerl im Kunden appelliert. Dass das Experiment Europa gelingt, steht für die Amerikaner außer Zweifel. Und falls die Kunden diesseits des Atlantiks das Leben doch nicht auf Anhieb bei den Hörnern packen sollten, wie es der Dodge-Slogan suggeriert, wäre das auch kein Beinbruch: In den USA ist der Wagen so erfolgreich, dass die Produktion dort alleine verkauft werden könnte. Quelle: Spiegelonline-Auto.de |
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